Weidefleisch

Weidefleisch ist das Fleisch von Rindern, Schafen und Ziegen, die ihr ganzes Leben auf der Weide verbracht und ausschließlich Gras und Heu gefressen haben.

Diese Art der Haltung wirkt weitreichend vorteilhaft auf das Wohl von Tier und Mensch, Umwelt und Klima, unser soziales Miteinander, die Wirtschaft – und den Geschmack des Fleisches. Nur Weidehaltung ermöglicht nachhaltige Fleischerzeugung. [Mehr erfahren über die Weidefleisch-Vorteile.]

Tiere, Menschen, Umwelt: Alle gewinnen

Warum Weidefleisch?

Überall auf der Welt leben Wiederkäuer im Einklang mit der Natur. Sie streifen etwa als große Herden von Gnus, Gazellen und Zebras durch die Savanne, fressen, düngen, spielen und balzen und erfüllen eine wichtige Rolle im produktiven, blühenden Ökosystem: Ein ausgeglichener Kreislauf des Lebens.

Das moderne System der industriellen Intensivtierhaltung steht im krassen Gegensatz dazu. Es zwingt die Tiere zur Monotonie in geschlossenen Räume und füttert sie mit Getreide und fermentierten Futtermitteln. Dadurch erkranken die Tiere, ihr Kot wird in der hohen Konzentration zu Sondermüll und der Erzeugung ihres Futters fallen Regenwaldflächen zum Opfer. Dieses System schadet den Tieren, der Umwelt und den Menschen nachhaltig. Die Produktionsbedingungen machen es zu einem idealen Netzwerk zur Verbreitung von Lebensmittelinfektionen. Industrielle Intensivtierhaltung setzt auf Gewinnmaximierung und nutzt durch Niedriglöhne auch Menschen aus. Der Preiskampf belastet Lohnarbeiter und Metzgereien, Tiere, Landwirte und die Umwelt. Fleisch aus dieser Erzeugung ist ein minderwertiges Billigprodukt für die Wegwerfgesellschaft, es erfährt keine Wertschätzung und fördert die Erosion unserer Esskultur.

Es geht auch anders: Bei der Erzeugung von Weidefleisch imitiert der Landwirt mit dem domestizierten Rind bestmöglich den natürlichen Lebensraum der Wiederkäuer.1 Es ist die traditionelle Form der Tierhaltung. Vollständig umgesetzt nutzt und unterstützt die extensive Weidehaltung alle Vorteile der Natur und meidet die zerstörerischen Auswirkungen der Intensivtierhaltung:

  • Die Rinder bewegen sich auf Weiden und fressen ausschließlich Gras. Dadurch drücken sie ihr natürliches Verhalten aus und bleiben Gesund [Mehr dazu: Vorteile/Tierwohl].
  • Durch ihr Verhalten pflegen sie das Ökosystem. Kontrolliertes Grasen, Vertritt und Dung pflegen die Weide. So gewinnt der Boden Fruchtbarkeit und bindet Treibhausgase (CO2). Die Vielfalt der Gräser und Kräuter wächst und in der Folge wird die Wiese ein attraktiverer Lebensraum für Insekten, welche wiederum mehr Vögel anziehen [Mehr dazu: Vorteile/Umwelt].
  • Die Rahmenbedingungen führen zu besserer Tiergesundheit, die Folge sind weniger Keimquellen [Mehr dazu: Vorteile/Gesundheit].
  • Das Erzeugnis hat einen höheren Wert, die Folge sind bessere Löhne entlang der gesamten Wertschöpfungskette [Mehr dazu: Vorteile/Sozioökonomie].
  • Fleisch gelangt wieder zu höherer Wertschätzung als hochwertiges und wertvolles Produkt. Das ist die Grundlage gepflegter Esskultur, dies fördert eine bewusste Auseinandersetzung mit unserer Ernährung und ihren Folgen [Mehr dazu: Vorteile/Kultur].

Fußnoten

  1. Mehr dazu: Methoden/Weidemanagement.