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Beste Qualität durch Naturschutz – Weidehaltung auf Hof Möllering im Emsland

Für Urgeschmack und weidefleisch.org bin ich gerade unterwegs im Westen Niedersachsens. Dabei besuche ich Höfe und Erzeuger und filme mit ihnen über die Themen Weidehaltung, nachhaltige Lebensmittelerzeugung und Wertschätzung. Teil eins ist ein Quereinstieg zum Platz der Qualität in diesem Gefüge. Wolfgang Möllering empfing mich auf Hof Möllering und erklärt, wie er auf der Suche nach der besten Fleischqualität bei der Weidehaltung gelandet ist und vor welchen Herausforderungen er steht.

Wie stoppen wir Bodendegradation?

Weltweit breiten sich Wüsten aus: Die Qualität und Fruchtbarkeit der Böden verringert sich, sie erodieren: Der Mutterboden schrumpft, setzt Kohlenstoff frei und trägt zum Klimawandel bei. Ohne fruchtbare Böden können wir keine Lebensmittel erzeugen, das Klima heizt sich auf und stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen, die uns alle betreffen. Wie können wir diese Probleme lösen?

Dieser Frage hat der Ökologe Allan Savory sein Leben gewidmet. Seit über 60 Jahren erforscht der Simbabweaner die Gründe der Wüstenbildung, der Desertifikation. Er hat die Ursache des Problems gefunden – und eine Lösung obendrein. Sie liegt in der ganzheitlichen Betrachtung des Problems. Denn es sind komplexe Zusammenhänge, die umfassender und umsichtiger Lösungen bedürfen.

Im folgenden Vortrag mit deutschem Untertitel (zuschaltbar über den CC-Knopf und das Zahnrad rechts unten im Video) berichtet er über seine Reise und erklärt, warum Viehzucht nicht per se der Umwelt schadet, sondern vielmehr eine große und womöglich die einzige Chance für unsere Zukunft ist – wenn wir es richtig machen. Savory spricht dabei Themen an, zu denen Sie nähere Informationen auch hier auf weidefleisch.org finden:

Mehr über die Arbeit von Allan Savory und das Savory Institute: Savory

Landkarte mit Weidefleisch-Anbietern und: Warum die Liste so langsam wächst

Seit heute gibt es die Liste der Weidefleisch-Anbieter auch auf einer übersichtlichen Landkarte. Dort können Sie noch schneller einen Anbieter in Ihrer Nähe finden. Hier geht es direkt zur Karte.

Sie werden dort auch feststellen: Es gibt noch einige Lücken. Das liegt nicht an einem Mangel an Landwirten, die Weidehaltung betreiben. Solche gibt es überall in Deutschland und viele sind mir bekannt. Der Grund, warum sie nicht in der Liste oder Landkarte zu finden sind, ist kurios: Ich habe ihnen die kostenlose Aufnahme angeboten und sie haben sich daraufhin nicht zurückgemeldet. Einige Anrufe ergaben ein tiefes Misstrauen gegenüber meinem Angebot kostenloser Werbung. Man unterstellte mir mehrfach, ich wolle hinterrücks doch noch eine Rechnung schreiben.

Solche Mutmaßungen sind nicht nur enttäuschend für mich, sondern absurd: Für eine Dienstleistung bezahlt man nur, wenn man dem entsprechenden Vertrag zustimmt.

Ich werde weiterhin nur diejenigen Weidefleisch-Anbieter in die Liste und Karte aufnehmen, die sich auf mein Angebot zurückmelden.

Möglicherweise wird die Liste in Zukunft kostenpflichtig und sei es nur, damit sie nicht der Was-nix-kostet-taugt-auch-nix-Mentalität zum Opfer fällt. Keine Sorge: Wer bereits in der Liste steht, dem werde ich auch dann nicht einfach eine Rechnung schicken können. Wir machen dann irgendwann einfach einen fairen Vertrag: Eine feste, jährliche Gebühr im Gegenzug für Kundenzugewinn und Kundeninformation.

Doch am liebsten würde ich ganz ohne Gebühr auskommen.

Preisunterschied, Bio und Anbietersuche: Warum und wie?

Spätestens wenn das billige Steak in der Pfanne zusammenschrumpft zeigt sich: Die scheinbar günstigere Ware gaukelt den besseren Preis nur vor. Was wir dem Kassierer für industriell erzeugtes Fleisch bezahlen, ist nur ein Teil dessen, was es uns eigentlich kostet: Wir tragen die Last von Subventionen und Externalisierung, nehmen die Nachteile von Skaleneffekten in Kauf. Warum ist Weidefleisch teurer? weidefleisch.org beantwortet diese Frage hier.

Bio-Fleisch ist nicht gleich Weidefleisch. Die Bio-Richtlinien sehen keine ganzjährige Weidehaltung vor und erlauben eine Endmast bis zu drei Monaten im Stall ohne Auslauf. Die Folgen: Nachteile für Tier und Mensch, Umwelt und Gesellschaft – und die Produktqualität.

Nicht ein grünes Siegel oder ein Richtlinienkatalog gewährleisten die beste Qualität. Sondern ein Erzeuger, der stetig nach Verbesserung strebt und wirtschaftet mit größter Rücksicht auf Tier und Mensch, Natur und Nachhaltigkeit. Näher thematisiert das die neue Seite auf weidefleisch.org: Ist Bio nicht das beste?

Weidefleisch ist keine Supermarktware. Stattdessen findet man es überwiegend direkt bei Erzeugern in ganz Deutschland. Wie und wo man diese Landwirte findet, erklärt Schritt für Schritt die Seite: Wie finde ich Weidefleisch-Anbieter?

Artenvielfalt, Effizienz und Zuständigkeit für Weidehaltung

Die Erzeugung von Lebensmitteln durchdringt alle Bereiche des täglichen Lebens. Welches Fleisch in welcher Menge ein Niedersachse isst, hat Rückwirkungen auf seine Nachbarschaft, das Klima in Italien, die Armut in Ghana, die Politik in Berlin und die Gehaltsabrechnung seines Schwagers. All diese Zusammenhänge soll weidefleisch.org darlegen und erklären und das geht nur schrittweise. In den letzten Wochen haben wir uns dreier verschiedener Themen angenommen.

Frösche, Fledermäuse, Flussregenpfeifer und viele andere Arten gewinnen durch Beweidung von Wiesen und Wäldern. Auch unzählige Pflanzenarten freuen sich, wenn ein Schaf im Fell 8.500 ihrer Samen aus 57 Arten bis zu 100 Tage herumträgt und so über hunderte Kilometer verteilt. Das ist der Nutzen der Weidehaltung für die Artenvielfalt. Mehr erfahren Sie hier: Artenvielfalt durch Beweidung.

Wer am veralteten System der industriellen Massentierhaltung festhalten will, wirft der Weidehaltung oft Ineffizienz vor. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: In vielerlei Hinsicht ist Weidehaltung erheblich effizienter als die Intensivmast. Das erklären wir unter: Ist Weidehaltung effizient?

Muss die Politik mehr tun und Gesetze schaffen, um Weidehaltung zu erzwingen? Oder müssen Landwirte einfach härter arbeiten? Wer ist Zuständig für mehr Weidehaltung? Auch diese häufige Frage beantworten wir gerne.

Landschaftspflege, Welthunger und Bauer Siegel schießt

Langsam kehrt der Frühling ein und bald können wir wieder unzählige grüne Explosionen in Zeitlupe beobachten: Bäume und Büsche bereichern unsere Landschaft und beglücken unsere Augen mit einem Farbenmeer. Eine spektakuläre Vorführung mit freiem Eintritt. Gesunde Ökosysteme bieten noch mehr: Hochwasser-, Lawinen- und Klimaschutz, Wasserfilterung und nicht zuletzt Erholung. Damit unsere Landschaft diese wertvollen Dienste leisten kann, bedarf sie Pflege. Weidefleisch und Weidehaltung bieten die Möglichkeit, aktiven und fruchtbaren Naturschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung zum Gewinn aller zu verbinden. Wie das funktioniert, erklärt die neue weidefleisch.org-Seite Landschaftspflege durch Beweidung.

Auch die globale Landschaft beeinflussen wir durch regionale Weidehaltung zugunsten des Gemeinwohls. Wenn wir Tiere auf der Weide halten, sei das nicht effizient und man könne so nicht die Welt ernähren, lautet ein häufiger Vorwurf. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Mehr Weidehaltung und weniger Fleischerzeugung in Intensivtierhaltung bei uns kann die soziale Situation in Ländern der dritten Welt verbessern. Mehr erfahren Sie im Beitrag Kann Weidefleisch die Welt ernähren?

Vollkommen schlüssig ist Weidehaltung nur durch den Kugelschuss auf der Weide. Immer mehr Pioniere ebnen den Weg, damit diese Art der Schlachtung Normalität werden kann. Erst vor wenigen Monaten berichtete der Bayerische Rundfunk über Bauer Herbert Siegels Erfolg bei der Umsetzung. Hier sehen Sie den sachlich produzierten Beitrag als Video:

Herbert Siegel finden Sie in der weidefleisch.org-Liste der Weidefleisch-Anbieter im Postleitzahlenbereich 8.